Harm Bengen ist der große Unbekannte unter den bedeutenden Zeichnern in Deutschland. Das liegt vor allem daran, dass der ehemalige Bremer seine Arbeiten unaufgeregt mit HB signiert. Seine Cartoons kennt praktisch jeder, hat sich darüber schlapp gelacht oder empört weggedreht. Die CARICATURA Galerie würdigt Bengens Œuvre erstmals im Zusammenhang mit einer großen Ausstellung – vom klassischen Cartoon über die tagesaktuelle Karikatur bis zum Comic. Zu seinen großen Themen gehören Gott, die Religionen und ihre Vertreter (Sagt die Biononne zu Restmüllnonne… „Wat hältst denn vom Dalai Lama?“ – „Der gelbe Sack!“). Oder wie sein Alt-Verleger Achim Schnurrer treffend formulierte: „Frei, Gott und der Welt ans Bein zu pissen.”
Bengens Arbeiten erscheinen unter anderem im Eulenspiegel und dem Jugendmagazin ran, daneben produziert er täglich Karikaturen für einen Onlinedienst sowie die aktuelle Presse – seine Arbeiten erscheinen in über dreißig Zeitungen (außer der Bildzeitung, der hat er aus grundsätzlichen Überzeugung den Abdruck verboten).
Nachdem er vor fast dreißig Jahren im Stadtmagazin Bremer mit Cartoons begonnen hatte, entwickelte er sich zu einem der renommiertesten Comiczeichnern Deutschlands und schuf etwa den achtbändigen Erotikcomic um den Vampir „Sandra Bodyshelly“, die den Star-Cartoonisten des Stern, Til Mette, zur Bemerkung veranlasste: „Die kultivierteste Tittenschau, die ich kenne.“ Nach Vorabdrucken der Serie im Comicmagazin Schwermetall und im Fachblatt Penthouse, waren die Alben in allen Comicläden am Ende des letzten Jahrhunderts liebevoll präsentiert zu finden und wurden sogar in das Französische und Niederländische übersetzt. Der Reiz der Serie liegt dabei im alten Spiel um Gut und Böse mit deutlich anderen Vorzeichen: Sein Vampir ist weiblich, lesbisch und für eine Untote doch bemerkenswert lebenslustig unterwegs, während die männlichen gutbürgerlichen Gegenspieler als erbärmliche Pfeifen auftreten. Die CARICATURA wird Bengens Œuvre erstmals in einer großen Ausstellung mit allen seinen Klassikern würdigen.
Eröffnet wird die Ausstellung am 17. September, 19.30 Uhr. Die Laudatio hält Gerhard Seyfried. Der Eintritt am Eröffnungsabend ist frei.
Facts: 18. September bis 7. November, Do, Fr 14 bis 20 Uhr und Sa, So, feiertags 12 bis 20 Uhr, Caricatura































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