Xcentric: Nach mehr als 800 Telefonstreichen haben Sie im Jahr 2005 den Radio-Clown aus dem Äther an den Nagel gehangen, um als Stand-Up-Comedian auf den Bühnen der Republik neu durchzustarten. Wieso dieser plötzliche Sinneswandel?
Paul Panzer: Man sagt doch immer, man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist! Aber im Ernst, ich hatte ganz einfach keine Lust mehr. Außerdem waren diese Anrufe irgendwann so bekannt, dass es richtig schwierig wurde, Leute anzurufen, die mich nicht kannten. Sogar die deutsche Botschaft in Ungarn kennt Paul Panzer. Dann bin ich eben auf die Bühne gewechselt, und die Leute sind diesen Schritt glücklicherweise mitgegangen.
Xcentric: Bereits kurz nach Ihrem Debüt in der Comedy-Szene wurde Ihnen der Deutsche Comedypreis als bester Newcomer verliehen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Paul Panzer: Das war eine schöne Auszeichnung weil ich den Preis nicht dafür bekommen habe, was ich im Radio gemacht habe sondern dafür, dass ich live auf der Bühne stehe. Ich bin sehr stolz auf diesen Preis!
Xcentric: Zurzeit bricht eine wahre Comedy-Welle über Deutschland ein. Eine TV-Show jagt die nächste, jeden Tag präsentiert ein neuer Künstler sein aktuelles Programm. Wie kann man sich da überhaupt noch durchsetzen?
Paul Panzer: Ich habe es schon immer geliebt, wenn ich Leute zum Lachen bringen konnte und das ist bis heute so geblieben. Ich mache gern Fernsehen, auch mal einen Ausflug ins Kinogeschäft, aber meine wirklich große Liebe ist die Bühne.
Xcentric: Wo kann man Paul Panzer treffen, wenn er mal nicht durch die Republik tourt oder vor der Kamera steht?
Paul Panzer: Also, wenn ich mal Zeit habe einfach mal nichts zu tun, das mache ich dann schon gerne. Klingt natürlich schlecht, wenn ich meiner Mutter sage, ich häng’ rum und tu’ nichts. Dann findet sie das doof, weil sie sagt, man kann doch nicht einfach nur rumhängen. Deshalb habe ich jetzt im Rahmen meiner Recherchen gelernt, man kann dem auch einen besseren Ausdruck geben. Das nennt man dann „chillen“. Früher, wenn meine Mutter angerufen und gefragt hat “Junge, was machst Du?” und ich darauf “Ich häng’ auf dem Sofa ‘rum” antwortete, hieß es “Mach was aus Deinem Leben.” Heute sagt sie “Du chillst? Okay, ich rufe später an.” Chillen ist schon gut.
Xcentric: Woher nehmen Sie die Ideen zu Ihren Shows?
Paul Panzer: Ich hab auf mich selber geschaut und habe dann maßlos übertrieben. Die Recherchen waren herrlich. Ich habe mich in das Thema Freizeit nicht nur eingelesen, sondern auch den ein oder anderen Feldversuch gestartet.
Was die Leute nicht alles machen. Bowling, Makramee. Eine wahre Goldgrube! Ich habe Freeclimbing gemacht, Nordic Walking ausprobiert, sogar Monopoly-Spielen kann leicht in Stress ausarten. Und von solchen Sachen wie Senioren-Wassergymnastik kann ich nur dringend abraten!
Xcentric: Schon seit Anfang diesen Jahres ziehen Sie mit Ihrem neuen Bühnenprogramm „Endlich Freizeit – Was für` n Stress“ durch die Republik. Bekommt man da nicht ab und zu ein bisschen Heimweh?
Paul Panzer: Bei mir ist es so, dass wenn ich zu viel Freizeit habe, kann ich es gar nicht abwarten, endlich wieder auf die Bühne zu gehen. Mit Freizeit kann ich nämlich gar nichts anfangen. Manche Männer spielen ja dann mit Modelleisenbahnen oder schnallen sich Hüpfstangen unter die Füße, mit denen sie dann mit Siebenmeilenschritten irgendwo herlaufen. Das ist aber nichts für mich.
Xcentric: Wie ist die Tour denn bislang gelaufen und in welcher Stadt hat es Ihnen bislang am besten gefallen?
Paul Panzer: Ich selbst bin hoch motiviert wegen des neuen Programms. Das alte hab ich ja über vier Jahre lang in über 1000 Shows gespielt. Jetzt ist alles ganz neu. Seit Februar habe ich zwar einige Previews gemacht, aber jetzt geht´ s richtig los mit dem Vollprogramm. Ich bin auch nervös. Aber ich war ja schonmal in Kassel und weiß, dass die Leute bei Euch gerne und laut lachen, wenn man ihnen das Richtige erzählt. Und mit dem Thema „Freizeit“ kann ja jeder etwas anfangen.
Xcentric: Am 2. Dezember sind Sie zu Gast in der Kasseler Stadthalle. Auf was dürfen sich Ihre Fans an diesem Abend gefasst machen?
Paul Panzer: Zwei Stunden lachen am Stück, Pipi in Höschen und Augen, verrückte Geschichten, Kids, Omas und Politessen und natürliche einen charmanten und gut gekleideten Paul Panzer.
Xcentric: Was gibt es in den nächsten Wochen und Monaten noch von Ihnen zu sehen?
Paul Panzer: Sagen wir´ s mal so: Dadurch, dass ich ein solcher Unruhegeist bin, werde ich mich erstmal wirklich auf die Live-Geschichten konzentrieren. Wenn man meinen Tourplan sieht, weiß man, was im Herbst die Uhr geschlagen hat. Und weil es ein brandneues Programm ist, wird Panzer es spielen, spielen, spielen. In der Sommerpause nächstes Jahr kann es vielleicht sein, dass der andere von mir – dieser Dieter Tappert – sich noch mal vor ´ne Kamera stellt. Aber das ist alles noch irgendwie in der Entwicklung.
Das Interview führte Tobias Bräuning






























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