Im vergangenen September setzte Barbara Schöneberger zu ihrem Triumphzug an: Als Sanges-Debütantin gab sie sechs ausverkaufte Konzerte, die von Presse und Publikum gefeiert wurden. Am 6. April gehts dann richtig los mit 33 Konzerten in amtlichen locations. Und da heißt im Moment die Devise: Jetzt probt Sie auch noch! Am 27. April gastiert Barbara Schöneberger dann im Rahmen ihrer Tour in der Stadthalle Kassel.
Frau Schöneberger, Sie bekommen gerade Lob von allen Seiten. Kriegen Sie das Grinsen überhaupt noch aus dem Gesicht?
Barbara Schöneberger: Ich kriege das Grinsen extrem gut aus dem Gesicht, vor allem weil ich ja auch die andere Seite der Kritik kenne. Und ich weiß, dass man heftig aufgebaut wird, damit sie einen hinterher wieder richtig schön schlachten können. Und deswegen gehe ich mit Kritik und auch mit positiver Kritik immer ganz distanziert um. Ich freue mich zwar, weiß aber auch, dass im nächsten Monat wieder alles anders sein kann. Ich versuche es einfach nicht so nah an mich rankommen zu lassen.
Ihre kleine Tour Ende letzten Jahres war ja ein Riesenerfolg. Haben Sie damit gerechnet?
Barbara Schöneberger: Ich habe mir eigentlich vorher gar nicht so genau überlegt, wie die Tour erfolgsmäßig laufen wird. Denn ich hatte genug mit mir selbst zu tun. Ich habe nur gehofft, dass ich das hinkriege. Ich habe 25 Songs gesungen und musste mir so viel merken, schon allein die ganzen Texte. Viele Sachen waren relativ neu: auf der Bühne stehen, sie füllen und fast 2.000 Menschen jeden Abend unterhalten. Damit ist man so stark beschäftigt, da denkt man erstmal gar nicht an die Kritiken am nächsten Morgen. Als wir bei der Premiere in Hamburg waren und die Leute wirklich aufgesprungen sind und Bravo gerufen haben, da wusste ich: „Oh Gott, jetzt hast du schon einen großen Teil geschafft.“ Und dann ist auch alles sehr gut geworden. Die Karten, die es zu dem Zeitpunkt für die restlichen Tourtermine noch zu kaufen gab, wurden, glaube ich, am nächsten Tag alle verkauft. Dann war die Tour restlos ausverkauft. Das war natürlich das Beste, was mir passieren konnte.
Ist das jetzt für die kommende Tour ein Erfolgsdruck?
Barbara Schöneberger: Ja klar, gibt es einen Erfolgsdruck, aber auf der anderen Seite: Wenn die vorherige Tour nicht gut gelaufen wäre, dann hätte ich jetzt genauso wieder Druck, den Misserfolgsdruck. Man hat nun mal immer Druck. Daran muss man sich gewöhnen. Und deswegen muss man jeden Morgen aufstehen und jeden Abend versuchen, es so gut wie möglich zu machen. Das ist der Job, und wer das nicht aushält, muss etwas anderes machen.
Gibt es bei Ihrer Tour etwas Neues?
Barbara Schöneberger: Wir werden noch mehr Lieder von meiner CD spielen. Beim letzten Mal waren ja nicht alle dabei. Und ich freue mich schon darauf, wenn im Publikum Leute sitzen, die diese Lieder kennen, weil sie die CD zu Hause haben. Das ist für mich ja schon fast ein Grönemeyer’eskes Feeling. Wenn da auch nur drei Leute mitsingen würden, fände ich das super.
Am 6. April geht’s los im Berliner Tempodrom. Am Tag zuvor ist da Atze Schröder, und den Tag davor Paul Anka. Wen von beiden würden Sie sich anschauen?
Barbara Schöneberger: Paul Anka würde ich mir gerne angucken. Ich finde seine Rock-Swings ganz, ganz toll. Na ja, man sollte sich beeilen, ihn anzugucken, denn vielleicht hat man nicht mehr allzu viele Gelegenheiten dazu.
33 Termine in knapp zwei Monaten. Und es ist ja auch nicht so, dass Sie sonst nichts zu tun hätten. Haben Sie Ihren Tag auf 36 Stunden umgestellt?
Barbara Schöneberger: Ganz im Ernst, ich weiß wirklich nicht, wie ich das schaffen soll. Es ist nämlich so, dass ich mit der Erfahrung von Mark Medlock das Programm von Udo Jürgens mache. Ich habe keine Ahnung, wie das alles funktionieren wird. Ich hoffe einfach nur, dass ich gesund bleibe, denn ich stelle es mir schrecklich vor, krank zu werden und nicht auftreten zu können. Aber ich werde das schon schaffen. Zwischendurch moderiere ich noch die NDR Talk Show und, weil es gerade so schön ist, auch noch den Deutschen Filmpreis am 25. April. Das ist ja auch nicht gerade etwas, das man mit links wegmoderiert. Da kann man nicht morgens auftauchen, um sich ein bisschen was durchzulesen, und abends moderiert man es dann. Nein, das wird natürlich der Wahnsinn! Der Wahnsinn in Dosen, denn ich werde auch für den Deutschen Filmpreis noch mal drei oder vier Tage proben und dann ein großes Revue-Opening mit Gesang und Tanz machen. Ich bin selbst sehr gespannt, wie ich das lösen werde. Wenn ich es selbst nicht machen kann, schicke ich einfach meine Schwester, die allerdings noch geboren werden muss.
Auf der Tour gibt es zum Teil Locations für 2.000 Leute. Klein und intim ist anders, oder?
Barbara Schöneberger: Ja, klein und intim geht anders, und um ehrlich zu sein, wenn da nur 400 Leute sitzen, kannst du jeden ansprechen. Das macht sehr viel Freude, aber ich will jetzt die Herausforderung annehmen. Wir gucken mal, wie viele Menschen kommen. Das werden schöne Abende mit viel Spaß, und es lohnt sich einfach, die Karten zu kaufen. Ich freue mich sehr darauf. Ich freue mich auf jeden einzelnen Menschen. Und wenn 2.000 kommen, werde ich versuchen, mit jedem einzelnen Blickkontakt aufzunehmen. Ich bringe 18 Musiker mit, und zusammen lassen wir richtig die Kuh fliegen.
Früher „Blondes Gift“ und Comedy, jetzt Talkshow und Diva. Werden Sie jetzt seriös?
Barbara Schöneberger: (lacht) Ich glaube, ich war nie wirklich unseriös. Ich habe nur einfach immer das getan, wofür ich gebucht wurde. Und jetzt werde ich für andere Dinge gebucht, und ich habe mich auch weiterentwickelt. Aber um ans Ziel zu kommen, muss man auch erstmal einen Weg hinter sich bringen. Der führte eben über Zwischenstopps, und das war auch gut so. Ich möchte einfach mit Ende 30 irgendwann lauter Jobs machen, von denen ich sage: Dabei können mir meine Kinder zugucken und denken sich nicht: „Mensch Mama, was machst du denn da? Komm nach Hause und back ein paar Plätzchen!“ Es ist mir mehr und mehr wichtig, mich maximal mit meinen Jobs identifizieren zu können. Meinen Freunden und meinen Eltern gegenüber diese Sachen zeigen zu können und zu sagen: „Schaut, das habe ich gestern Abend gemacht.“ Ohne dass ich daneben sitze und Bauchweh habe. Und das habe ich jetzt geschafft. Gott sei Dank!
Sex, Drugs, Rock’n'Roll. Was geht denn Backstage bei Ihnen ab?
Barbara Schöneberger: Also, wer so ein Pensum macht, der kann gar nicht viel feiern. Das packt man einfach nicht, sonst kriegt man 33 Konzerte hintereinander weg nicht auf die Reihe. Überhaupt brauche ich ganz selten mal Rausch, und wenn, dann lebe ich das so aus, dass ich danach nicht drei Wochen in Urlaub fahren muss, um mich davon zu erholen. Hinter der Bühne läuft es denkbar harmlos ab. Erstmal fummelt jemand zwei Stunden an mir herum, schminkt mich und macht meine Haare, und ich weiß nicht, was alles. Und dann prosten wir uns einmal mit einem Glas Sekt hinter der Bühne zu. Davon nehme ich ungefähr einen Schluck, weil ich sonst das Gefühl habe, ich verliere die Kontrolle. Durch die Aufregung wird man sonst extrem schnell betrunken. Also, einen Schluck Sekt, und das war’s. Dann geht man auf die Bühne und berauscht sich an den Leuten, die da draußen sitzen. Das ist sowieso das Beste.
Wie oft müssen Sie sich dann umziehen?
Barbara Schöneberger: Ich werde diesmal von dem traumhaften Designer-Duo Talbot & Runhof ausgestattet und mich mindestens drei oder viermal umziehen. Das heißt: Ich werde traumhaft schöne Roben tragen.
Mal eine ganz andere Frage: Welche Geschenke von der Tankstelle mögen Sie?
Barbara Schöneberger: Ich mag es gerne, wenn ich von der Tanke eine schöne Bild am Sonntag mitgebracht bekomme oder zum Beispiel einen Schokoriegel oder so. Das ist mir eigentlich lieber als diese absurd glitzernden Rosen in Zellophan verpackt. Also lieber keine Blumen von der Tanke sondern was zu Essen, oder auch mal eine Dose Red Bull oder irgendwie so was. Gummibärchen sind auch toll.
Wie viel Barbara Schöneberger steckt in Ihren Songs?
Barbara Schöneberger: In meinen Songs steckt maximal viel Barbara drin. Ganz einfach, weil die Leute ja vorher wussten, wie ich bin. Deswegen musste ich auch in meinen Songs über etwas singen, das die Leute mit mir in Verbindung bringen und worin sie mich auch wieder erkennen. Das ist, wie ich finde, sehr gut gelungen. Diese Songs drücken genau aus, wie ich bin.
Ist die Gesangstour jetzt nur ein Ausflug oder haben Sie Lust auf mehr?
Barbara Schöneberger: Ich habe total Lust auf mehr. Es geht aber natürlich auch extrem darum, worauf das Publikum Lust hat. Und wenn die keinen Bock auf mich haben, dann höre ich natürlich auch auf. Wenn keiner mehr kommt, dann würde ich auch nicht mehr singen. Aber ich habe schon auch Lust auf Erfolg. Momentan sieht es eben so aus, als würde es gut laufen. Wir verkaufen viele Tickets, und deswegen will ich einfach immer gerne auf Bühnen stehen und singen. Außerdem mache ich jetzt auch noch ganz viele Events, bei denen ich auftrete. Es gibt kein größeres Glück, als mit meinen Orchester-Jungs anzureisen und abends da zu stehen und ein zweistündiges Programm zu präsentieren. Auf der Tour machen wir sogar ein zweieinhalbstündiges Programm. Also, das ist noch doller!
Können Sie sich noch an Ihr erstes selbst gekauftes Album erinnern?
Barbara Schöneberger: Mein erstes selbstgekauftes Album? Ich hatte meine Musik früher immer eher auf Kassetten. Ich glaube, ich hatte gar keine selbstgekauften Alben. Aber meine erste Lieblings-CD war von den Pet Shop Boys „Please“ und von Madonna „Papa Don’t Preach“ von 1987. Aber mein erstes selbstgekauftes Album? Wahrscheinlich irgendwas von Chaka Khan.
Sie hatten bestimmt damals auch jede Menge Mix-Tapes, oder?
Barbara Schöneberger: Ja. Das war toll. Leider gibt es das nicht mehr. Noch heute stoppen bei mir im Kopf manche Lieder, die eben damals stoppten, wenn die Kassette zu Ende war. Und dann bin ich immer wieder erstaunt, dass es an der Stelle noch weiter geht, denn ich dachte immer, das Lied endet da, und ich habe es immer akzeptiert.
KARTENVORVERKAUF
Karten für Barbara Schönebergers Auftritt am 27. April in Kassel gibt es beim HNA-Kartenservice in Kassel und Baunatal, bei allen HNA-Geschäftsstellen im Umland, in Göttingen bei BLICKtickets im Reisebüro Uhlendorff am alten Rathaus, GTicketservice, Jüdenstraße 13 c und der Tourist-Information im alten Rathaus sowie an allen anderen bekannten VVK-Stellen, dem Kartentelefon (0561) 203204 und natürlich im Internet unter www.mmkonzerte.de.
Foto: Stephan Pick





















Mal was Neues, diese Tittenpose – ist bloß schon seit 20 Jahren “neu” und so gaaaar nicht aufdringlich…
Pseudo-Kamasutra für Spastiker kann ich da nur sagen…