Ursprünglich hatte der “Moderatoren-Opa” eine autobiografische Abhandlung über 20 Jahre Musikfernsehen im Sinn. Aber nachdem Kavka eine Musikshow bei “MySpace.com” begonnen hatte, wollte er keinen Kulturpessimismus verbreiten. Oder, wie es vielleicht die Kritiker erwartet hätten, erzählen, dass früher alles besser war und heute nur noch Klingeltonwerbung und Ami-Shows nerven. “Da hatte ich keinen Bock mehr, ein Buch drüber zu schreiben. Das Thema war für mich erledigt”, sagt der Moderator. So entschied er sich für eine fiktive Geschichte, die in der Provinz spielt.
Für Kavka wird “Rottenegg” sicherlich nicht das letzte Buch bleiben. “Das war so eine schöne Beschäftigung im Winter, wenn man eh nicht vor die Tür kann”, erinnert sich der Autor. Im Hinterkopf habe er auch schon eine Idee für ein nächstes Buch. Mit seinem aktuellen Roman ist der Moderator ab März auf Lesetour. Sie beginnt auf der Leipziger Buchmesse und geht dann quer durch die Republik.
Und darum geht es: In Rottenegg angekommen, wird der prominente Musik-Moderator von den anderen Dorfbewohnern mit einem skeptischen und einem bewundernden Auge aufgenommen. Mehr aus Langeweile als aus Leidenschaft verliebt er sich dann in die 24-jährige Sparkassenangestellte Johanna, die sich bis zum Schluss nicht ganz von ihrer Beziehung mit dem «recht grobschlächtigen Motorradrocker aus dem Nachbarort Obermettenbach», Lukas Hinrainer, trennen kann.
Nach anfänglicher Harmonie kommt sich der großstädtische Superstar nicht nur mit dem Hinrainer Lukas sondern auch mit fast allen anderen Dorf-Persönlichkeiten in die Quere. Nach einer Reihe mittlerer Katastrophen, die sich Herzl nach seiner schweren Zeit in Berlin nicht hätte träumen lassen, flüchtet er sich wieder zurück in die Anonymität der Großstadt.
Was bleibt, ist eine ganz existenzielle Frage: Wo komme ich her, wo gehöre ich hin? Im Buch muss Herzl feststellen, dass er seinen Platz im Leben noch nicht gefunden hat und womöglich auch nie finden wird. Persönlich stellt sich Kavka diese Frage auch immer wieder. «Eine Frage, auf die ich in Zukunft auch gerne mal eine Antwort finden würde.» Noch fühlt sich der gebürtige Bayer aber sowohl im kleinen Manching bei Ingolstadt als auch in der Hauptstadt zu Hause. «Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust.»
Facts: 10. Mai, 21 Uhr, Joe’s Garage, Eintritt: 10 bzw. 13 Euro












