Matjaz Tominec neuer Trainer der MT Melsungen

Nur eine Woche nach der Trennung von Ryan Zinglersen ist es Handball-Bundesligist MT Melsungen gelungen, einen Nachfolger zu präsentieren. Neuer Mann für den Cheftrainer-Posten bei den Nordhessen ist Matjaz Tominec. Mit dem ehemaligen Coach der slowenischen Nationalmannschaft und zuletzt vom slowenischen Spitzenclub RK Cimos Koper wurde zunächst ein Einjahresvertrag bis zum 30. Juni 2011 mit Option auf Verlängerung geschlossen.

Er mache prinzipiell zunächst nur Einjahresverträge. Denn Erfolg sei das einzige, was im Sport zählt. „In dieser Zeit können sich Verein und Trainer kennenlernen und beide Seiten können zeigen, wie ernst es mit ihren Zielen ist. Wenn es bis dahin gut gelaufen ist, kann man sich schnell auf eine Vertragsverlängerung einigen. Wenn nicht, kann man sich ebenso problemlos wieder trennen” beginnt der 55-jährige diplomierte Handballtrainer seine Vorstellung in der außerordentlichen Pressekonferenz der MT Melsungen am Montagnachmittag in Kassel.

Mit diesen offenen Worten und mit dieser von allen Beteiligten als fair angesehenen Einstellung hatte er zuvor auch schon das Führungsgremium des nordhessischen Bundesligisten überzeugt. „Darüber hinaus hat uns Matjaz Tominec mit einem enormen Detailwissen über die deutsche Bundesliga überrascht. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass jemand der noch nicht hier gearbeitet hat, nicht nur alle Teams kennt, sondern sogar über die Stärken und Schwächen der wichtigsten Spieler genau Bescheid weiß”, verrät MT-Aufsichtsratschefin Barbara Braun-Lüdicke.

„Wir haben nach Robert Hedin mit Ryan Zinglersen die skandinavische Linie fortsetzen wollen. Aber wie wir erkennen mussten, hat das nicht funktioniert. Mit Matjaz Tominec haben wir jetzt einen ganz anderen Trainertyp verpflichtet. Von ihm wissen wir, dass er seine Mannschaften immer sehr stark fordert, ihnen aber auch viel vermittelt”, bringt MT-Sportchef Alexander Fölker die Qualitäten des neuen Mannes an der Seitenlinie auf den Punkt.

Martin Letzt ist es an der Zeit, dass jemand das aus der Mannschaft heraus holt, was in ihr steckt”. Lüdicke, MT-Geschäftsführer, sieht den Wechsel auf dem Trainerposten ebenfalls als notwendigen Schritt an, um die Mannschaft weiter zu entwickeln: „Die letzte Saison ist keineswegs so verlaufen, wie wir uns alle das gewünscht hatten. Daran will sich Matjaz Tominec fortan nun messen lassen. Er will nach eigenem Bekunden erreichen, dass die MT (wieder) einen schnellen Handball spielt – sein Stichwort lautet „schnelle Mitte” – dass sie unterschiedliche Deckungssysteme variabel anwenden kann und auch, dass die jüngeren Spieler gemäß ihrem Potenzial weiter entwickelt werden. Die Tatsache, dass er nun eine Mannschaft übernimmt, deren Zusammensetzung er nicht mitbestimmen konnte, ist für ihn überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: „Ich kann mich sehr gut in die Lage von ausländischen Spielern versetzen, an die die Öffentlichkeit bestimmte Erwartungen hat. Zudem finde ich hier bei der MT vier, fünf Spieler vor, die ich in der Vergangenheit bei den von mir trainierten Vereinen schon auf den Wunschlisten hatte.

Auch wenn Matjaz Tominec in internationalen Wettbewerben bereits gegen deutsche Mannschaften wie Lemgo oder Gummersbach angetreten ist, ist der 55-jährige gebürtige Slowene in der Bundesliga ein eher unbeschriebenes Blatt. Denn bislang hat er nach einer über zehn Jahre währenden Tätigkeit als Spielertrainer in der Schweiz fast ausnahmslos Mannschaften dort und in Slowenien trainiert. Von diesen beiden Ländern hat er übrigens auch eine Doppelstaatsbürgerschaft inne. Wesentliche Stationen für den diplomierten Ingenieur und Handballtrainer waren die Schweizer A-Ligisten Luzern, Zürich und Schaffhausen, die slowenische Nationalmannschaft, sowie RK Cimos Koper, den er vom No-Name-Club zur slowenischen Vizemeisterschaft und zur Championsleague-Teilnahme führte. Im November letzten Jahres, nach dreieinhalb Jahren hat er dort gekündigt, weil er nicht die zugesagten Verstärkungen bekommen hat, die nötig gewesen wären, um dem Primus aus Celje wie angepeilt Paroli bieten zu können. Danach hat er sich wieder intensiv um seine Ingenieurfirma in der Schweiz gekümmert. Doch ab 1. Juli genießt bei dem verheirateten Familienvater von zwei Söhnen mit den zwei Berufen und den zwei Staatsbürgerschaften wieder der Profi-Handball oberste Priorität.

Vita Matjaz Tominec
Geb.dat./-ort:     21.01.1955, Novo Mesto (Slowenien)
Nationalität:    Doppelbürger  – Slowenien / Schweiz
Berufe:    Diplom EUR-Ingenieur Uni/SIA, Diplom Handball Trainer
Familienstand:    verheiratet, zwei Söhne (18 u. 22 Jahre)

Sportliche Laufbahn als Spieler:
1973: Junioren Landesmeister RK Ajdovscina
1981: Jugoslawischer Meister RK Kolinska Slovan
1981: Vizemeister Europapokal der Landesmeister RK Kolinska Slovan

Spieler-Trainertätigkeit in Slowenien:
1980:  Slowenischer Meister (Militär- Mannschaft)

Spieler-Trainertätigkeit in der Schweiz:
1983 bis 1993: mehrere Mannschaften in der Nationalliga A.
Aufgestiegen mit Basilisk Basel, Kadetten Schaffhausen

Trainertätigkeit:     1993 – 2010 (eine Auswahl)
1994 & 1995: Vizemeister Borba Luzern
1998: Aufstiegsrunde Nationalliga A Möhlin
1999: Cupsieger Schweiz Kadetten Schaffhausen
2000: Mitglied Trainerstab des slowenischen Nationalteams
EM 2000: 5. Platz
Olympiade Sydney: 8. Platz
2001: Nationaltrainer  Slowenien, WM 2001: 17. Platz
2002: Nationaltrainer Slowenien, SI 2001: 6. Platz
2002: Nationaltrainer Slowenien, EM 2002: 12. Platz
2004, 05, 06: Vizemeister GC Zürich
2006/2007: 3. Rang slowenische MIK Liga: RK CIMOS KOPER, “Trainer des Jahres”
2007/2008 : Vizemeister (Champions League): RK CIMOS KOPER
Pokalsieger, Halbfinale EHF-CUP, “Trainer des Jahres”
2008/2009: Champions League: RK CIMOS KOPER, slow. Vizemeister, Pokalsieger
2009/2010: November 2009: Beendigung der Trainertätigkeit bei RK CIMOS KOPER

Beim 60 Jährigen Jubiläum des slowenischen Handball Verbandes im Jahre 2009 erhielt Matjaz Tominec für die Leistungen der letzten 35 Jahren die Silberne Trainer-Plakette. In den  Jahren  2007, 2008 , 2009 wurde Cimos Koper, zur besten Mannschaft der Region Primorska gewählt und Matjaz Tominec wurde in diesen drei Jahren jeweils zum besten Trainer der Region gewählt.

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