Xcentric: Was hat Sie gereizt, das Traineramt bei der MT Melsungen zu übernehmen?
Matjaz Tominec: Die MT Melsungen hat schon vor einigen Jahren Kontakt mit mir aufgenommen, aber wir haben erst jetzt zueinander gefunden. Der Verein möchte sich und seine Mannschaft weiter entwickeln. In der neuen Bundesligasaison will die MT besser abschneiden, als mit einem 12. Platz wie zuletzt. Mit diesen Zielen kann ich mich sehr gut identifizieren. Ich habe in der Vergangenheit stets Mannschaften übernommen, die in ihren Ligen nicht gerade zur Spitze gehörten und sie dann jeweils einen Schritt weiter bringen können. Ich hoffe, dass gelingt mir auch mit der MT Melsungen. Darüber hinaus ist die deutsche Bundesliga natürlich für jeden Trainer ein sehr interessantes Betätigungsfeld.
Xcentric: Entgegen den Gepflogenheiten vieler Ihrer Trainerkollegen haben Sie zunächst nur einen Einjahresvertrag mit der MT geschlossen. Warum?
Matjaz Tominec: Ich habe in meiner 30-jährigen Trainerkarriere bei neuen Engagements prinzipiell zunächst Einjahresverträge abgeschlossen. Beide Seiten müssen meiner Meinung nach die Möglichkeit haben, herauszufinden, ob man zueinander passt. Wenn es aus Sicht aller Beteiligten positiv läuft, steht einer Vertragsverlängerung nichts im Wege. Sollte der Trainer oder der Verein hingegen nach einigen Monaten Unzufriedenheiten verspüren, kann man sich problemlos am Ende der Saison wieder trennen. Grundsätzlich ist mir bewusst, dass man als Trainer an der Leistung, respektive am Erfolg gemessen wird. Ich wünsche mir jedenfalls, dass mein Engagement in Melsungen etwas länger andauert.
Xcentric: Ihr Einstieg bei der MT Melsungen hat sich relativ kurzfristig ergeben. Sie hatten z.B. keinen Einfluss mehr auf die Zusammenstellung der Mannschaft. Wie bewerten Sie das?
Matjaz Tominec: Grundsätzlich ist das sicher nicht anzustreben. Aber in diesem Fall sehe ich das nicht als Nachteil. Denn ich treffe bei der MT auf vier, fünf Spieler, die ich in der Vergangenheit gern selber bei meinen jeweiligen Trainerstationen geholt hätte. Zudem steckt in der Mannschaft ein gewisses Potenzial. Viel wichtiger ist es, dass alle Spieler die Philosophie des Trainers verstehen und auch umsetzen wollen.
Kurzsteckbrief von Matjaz Tominec
Name: Matjaz Tominec
Geburtsdatum: 21.01.1955, Novo Mesto, Slowenien
Nationalität: Doppelstaatsbürgerschaft Slowenien / Schweiz
Berufe: Dipl. Euro-Ingenieur Uni/SIA und Dipl. Handballtrainer
Familienstand: Verheiratet, zwei Söhne (18 u. 22 J.)
Trainerstationen/Erfolge (Auswahl):
-Schweizer Vizemeister mit Borba Luzern (1994, 1995).
-Luxemburgischer Vizemeister mit Fratanelle Esch (1997).
-Schweizer Pokalsieger mit Kadetten Schaffhausen (1999).
-Mitglied des Trainerstabes der slowenischen Nationalmannschaft
-EM 2000 (Platz 5), Olympia 2000 (Platz 8).
-Slowenischer Nationaltrainer 2001 und 2002.
-5. Platz Schweiz mit GC Grasshoppers Zürich (2003).
-Schweizer Vizemeister mit GC Grasshoppers Zürich (2004, 05, 06).
-3. Platz Slowenien mit RK CIMOS Koper (2007).
-Trainer des Jahres in Slowenien (2007).
-Slowenischer Vizemeister u. Pokalsieger mit RK CIMOS Koper (2008); Erreichen des Halbfinals im EHF-Cup mit RK CIMOS Koper nach Siegen über Lemgo, Skopje und Braga (2008).
-Slowenischer Vizemeister u. Pokalsieger mit RK CIMOS Koper Teilnahme an der Championsleague (2009).































Ist das hier ne Sport oder ne Partyseite?