Sandra Nasic im Xcentric-Interview

Sandra Nasic war elf Jahre lang die Frontfrau der Guano Apes und mit ihren Jungs auf zahlreichen Bühnen dieser Welt zu Hause. Nach der Bandauflösung im Jahr 2005 gönnte sich die viel beschäftigte Sängerin eine Auszeit, um im Herbst 2007 mit ihrem ersten Soloalbum The Signal voll durchzustarten. Als Auszeichnung für ihre stimmlichen Einsätze konnte die in Göttingen geborene Sandra Nasic deshalb bereits zahlreiche Preise erhaschen.

Auch wenn ihr Terminkalender dauerstrapaziert ist, schaffte es Powerfrau Sandra Nasic trotzdem, uns einige Fragen zu ihrem ersten Album, ihrer Jugend in Göttingen und ihren Zukunftsplänen zu beantworten. Was sie euch zu sagen hat? Lest selbst!

Xcentric: Sandra, Du warst zehn Jahre lang das Aushängeschild der Guano Apes. Wie ist es, plötzlich ohne „Affen“ dazustehen? Fällt man da zunächst nicht in ein tiefes Loch?

Sandra: Nein, plötzlich passiert so was auch nicht, ich wollte das und habe mir das auch gut überlegt. Im Gegenteil, ich bin nicht abhängig von meiner Umgebung und muss alle paar Jahre was Neues machen.

Xcentric: Zur Zeit bist Du verstärkt im Ausland unterwegs. Anfang April hattest Du sogar einen Gastauftritt in der portugiesischen Fernsehserie Morangos com Acucar. Wie hat es Dir gefallen, Dein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen und könntest Du Dir vorstellen, in Zukunft regelmäßig über die Monitore zu flimmern?

Sandra: Ich durfte mich spielen, dass war leicht, eine andere Person zu spielen ist sicher etwas schwerer, so ohne Schauspielerfahrung . Multiple Persönlichkeiten könnten hier ganz nützlich sein. Ich bin lustigerweise schon öfter für deutsche Kinoproduktionen gefragt worden, habe mich früher aber nie richtig getraut. Das war das erste mal und wenn die Schauspieler immer so zuckersüss sind, mache ich auch die Schauspielerin.

Xcentric: Auf der Bühne zeigst Du massiven körperlichen und stimmlichen Einsatz. Woher holst Du Dir die ganze Power für Deine schweißtreibenden Auftritte?

Sandra: Das passiert automatisch über die Energie, die Musik hat. Sie zieht mich an wie ein Sog, ich reflektiere dann einfach mit meiner Leidenschaft zurück. Leidenschaft ist das wichtigste, es ist immer ein bischen wie Sex, man schmilzt zusammen, deswegen ist es mir auch egal ob ich allein oder mit 10 Leuten auf der Bühne stehe.

Xcentric: Im Spätsommer 2007 erschien Dein Solodebüt The Signal. Welcher Song ist Dein persönlicher Favorit auf dem Album?

Sandra: Einige z.b. „mecasanova“, „the signal“ und „right lane“.

Xcentric: Als zweite Singleauskopplung wurde die Romantiknummer Stop the Crying für alle Liebenden und Leidenden veröffentlicht. Du hast seit Jahren einen festen Freund. Hast Du einen Geheimtipp für eine glückliche Beziehung?

Sandra: Qualität und Art einer Beziehung können sehr unterschiedlich sein, ich kenne Paare die sind wie Hund und Katze und können trotzdem nicht ohneeinander. Ich glaube grundsätzlich, dass Freundschaft genauso wichtig ist wie Liebe. Ausser das man den anderen also lieben sollte, sich vertraut, füreinander da ist und respektiert, sollte jeder auch sein eigenes Leben leben. Und wenn man die gemeinsame Zeit nicht nur vorm Fernseher hängt, kann nicht viel schief gehen.

Xcentric: Sandra, Du bist eine Tochter Göttingens und uns interessiert natürlich, wie Deine Jugend hier war. Hängst Du noch ein wenig an Deiner alten Heimatstadt oder bist Du froh, dem Gänseliesel entkommen zu sein?

Sandra: Nein, ich bin in Göttingen geboren und ich liebe diese Stadt, vor allem die alten Gebäude und Strassenzüge. Mich hat es aber auch schon relativ früh in andere Städte getrieben.Wenn ich nachts mit Freunden in Gö.unterwegs war habe ich natürlich das Liesel, geküsst. Hier haben sich seinerzeit bedeutende Köpfe der Kultur und Wissenschaft getroffen, dass hat mich immer fasziniert. Ab dem 19ten war ich aber eigentlich schon auf Tour.

Xcentric: Auf Deiner Homepage posierst Du mit Gitarre. Wird man Dich auf der Bühne zukünftig auch öfter an diesem Instrument sehen können?

Sandra: Ich habe zwar viele Gitarren und Keyboards auf der Platte eingespielt, auf der Bühne überlasse ich das aber lieber erstmal anderen. Wenn, schnappe ich mir warscheinlich die Rhythmus Gitarre, Keyboard spielen ist zwar grad hip, darf aber auch nur Alica Keys.

Xcentric: 1995 hast Du in Göttingen Abitur gemacht und wolltest danach Design studieren. Daraus wurde aber nichts, da Du den Guano Apes beigetreten bist. Hast Du diese Entscheidung je bereut? Wo würdest Du Dich heute sehen, wenn Du Dich damals anders entschieden hättest?

Sandra: Die Welt bereisen, sich austoben und dabei knapp 5.mio Platten verkaufen, klingt nicht verkehrt, war eine korrekte Entscheidung. Was wäre wenn Fragen, sind nicht so meins.
Einen musikalischen oder künstlerischen Weg wäre ich aber immer gegangen.

Xcentric: Was hast Du für die Zukunft geplant?

Sandra: Ich stecke in Vorbereitung für eine kleine Europa Tour und produziere schon Songs für das nächste Album.

Das Interview führte Katharina Schaub

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