Xcentric: Gunter Gabriel, Tom Astor und The BossHoss. Man sagt euch eine gemeinsame musikalische Grundausrichtung nach, aber in die gleiche Schublade passt ihr nicht. War die nicht groß genug für euch oder woran liegt das?
BossHoss: Na nun, gleiche Grundausrichtung – ich will doch bitten?! In allem Respekt, jedem seins, aber Ich denke, wir haben, auch wenn es den Überbegriff Country gibt, da nicht viel gemeinsam. Wir mögen auch das begrenzende von musikalischem Schubladen denken nicht. Wir spielen in erster Linie mal den Country so wie wir ihn hören wollen. Unsere Wurzeln liegen im Rock/Rock’n’Roll und das kann man auch deutlich raushören. Oben genannte Herren unterliegen da dann doch eher dem in der älteren Genaration beliebten Schlager-Country. Ist nicht unser Ding. Übrigens auch nicht in der amerikanischen Variante.
Xcentric: Wenn Gunter Gabriel zu euch käme und sagen würde: „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“, was würdet ihr tun?
BossHoss: Tja, wees ick ooch nich!
Xcentric: Stallion Battalion ist gerade erschienen. Insbesondere bei dem Song, der dem Album seinen Namen gab, bilde ich mir ein, eine stilistische Veränderung festzustellen. Wie empfindet ihr eure Entwicklung seit Rodeo Radio?
BossHoss: Wie bereits schon erwähnt, liegen unsere Wurzeln eindeutig im Rock/ R’n’R/ 60’s und so weiter. Country war für uns eine neue Herausforderung, ein neues musikalisches Genre, es war spannend zu entdecken, wie wir damit umgehen. Wir mixen sehr stark und lassen unsere anderen Einflüsse einfließen. Und das findet sich gerade in Stallion Battalion sehr eindeutig wieder. Was nicht bedeutet, dass der Country sich in unserem Sound langsam verabschiedet. Im Gegenteil, wir versuchen hier Standards aufzubrechen. Nur so kann sich Musik weiterentwickeln. Wie man es am Ende nennt, ist vollkommen egal. Es gibt nach wie vor die typischen BossHoss-Nummern auf dem Album, wie man sie kennt. Nur die Vielfalt ist auf dem Album größer geworden, das war uns sehr wichtig.
Xcentric: Mit euch vergleichbare Bands fallen mir zumindest spontan nicht ein. Wo holt ihr eure Inspiration her? Wie heißen eure musikalischen Vorbilder?
BossHoss: Vorbilder konkret gibt es so nicht. Klar prägen einen viele Künstler und Bands in den verschiedenen Phasen der musikalischen Entwicklung. Du kannst überall was rausholen und mitnehmen. Das ganze passiert am Ende aus dem Bauch heraus. So wie man es selber hören mag, oder sich vorstellt.
Xcentric: Texas Lightning hatten eine verhältnismäßig kurze Applausphase. Was ist euer Rezept, so lange erfolgreich zu bleiben?
BossHoss: Schwer zu sagen. Ich denke, man nimmt uns ab, dass wir es ehrlich meinen, mit Herzblut bei der Sache sind. Das kann man uns live ansehen. Wir sind eine absolute Liveband. Das ist es auch, warum wir Musik machen. Wir wollen spielen, spielen, spielen und die Nähe zu den Fans. Du musst dahin, wo die Leute sind. Und das sind eben nicht nur die Metropolen. Und aber vor allem auf dem Boden bleiben.
Xcentric: Alec, entwirfst du eure Plattencover eigentlich immer noch selbst?
BossHoss: Ja, das mach ich nach wie vor selbst. Das hängt mein Herz dran. Wir versuchen bei fast allem die kreativen Fäden in der Hand zu behalten. Grafik und erst recht beim Songwriting. Wir wissen immer noch am besten, wie wir es uns vorstellen.
Xcentric: Was fällt euch spontan zu Kassel ein?
BossHoss: Wir waren schon öfter dort und es war immer gut. Um die Ecke liegt Hann. Münden, hier waren wir ziemlich zu Anfang unserer Laufbahn. Eines der ersten Konzerte außerhalb Berlins haben wir dort im Kurbelkasten gegeben. Und viele Leute haben wir später auch wieder auf Konzerten in Kassel gesehen.
Xcentric: Worauf können sich die Besucher eures Konzerts am 2. Dezember im Musiktheater gefasst machen?
BossHoss: Na auf ne fette Show! Auf der Stallion Battalion Tour geht es natürlich vordergründig um das neue Album. Wir werden viel vom neuen Album spielen – und klar, die Favorites der letzen beiden. 2 1/2 Stunden Vollgas zu 120 Prozent.
Xcentric: Gunter Gabriel hat schon zweimal den Award der German American Country Music Federation erhalten. Schafft ihr das auch noch?
BossHoss: Die Frage ist, ob es darauf ankommt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Federation bereit ist für unsere Art des Country. Die hören dann vielleicht doch lieber Gunther.





















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